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Gestatten: Theo

Schon bevor ich mich auf den Weg nach Zakynthos gemacht habe, habe ich die ganzen Geschichten über streunende Hunde und Katzen gelesen. Wie in einigen anderen südeuropäischen Ländern ist dies ein Problem, da die frei lebenden Tiere nicht kastriert werden und es mehr und mehr Nachwuchs gibt. Einige NGOs auf der Insel haben sich des Themas angenommen, aber es wird vermutlich Jahre dauern, bis hier Ergebnisse zu sehen sind.

Unser Studiokomplex wurde bei meiner Ankunft von zwei Katzen bewohnt. Nun falle ich generell eher in die Kategorie „Hund“ als in die Kategorie „Katze“ und als Allergikerin halte ich sowieso einen gesunden Abstand zu allen Tieren. Doch diese beiden Katzen haben es mir angetan. Sie waren zu klein und viel dünn und standen jeden Abend laut miauend vor meiner Tür. Natürlich wurde ich irgendwann schwach und ich habe auf dem Heimweg im gut ausgestatteten Mini-Market Katzenfutter gekauft. Soweit, so gut.

Irgendwann wollte eine der Katzen gestreichelt werden. Mit ziemlich viel Überwindung habe ich das struppige Tier angefasst und bin dann blitzschnell zurück in mein Studio gerannt, um mir die Hände zu desinfizieren. Und irgendwie ist daraus eine Routine geworden. Die Katze lässt sich nur ab und zu noch blicken, aber der Kater hat sich sein Revier rund um meine Wohnungstür eingerichtet. Wenn ich morgens aus dem Haus gehe, miaut er mir kurz zu und wünscht mir einen schönen Tag, während ich ihn auffordere, gut auf das Haus aufzupassen.

Wenn ich abends nach Hause komme, wartet er bereits gespannt auf der Treppe und läßt mich lautstark wissen, dass er der Meinung ist, ich wäre zu spät dran. Dabei geht es weniger darum, dass er denkt, ich würde zu viel arbeiten, vielmehr ist er davon überzeugt, dass sein Essen schon vor einer halben Stunde auf dem Tisch hätte stehen müssen.

Während er sein Futter runterschlingt, habe ich ein paar Minuten Zeit, um mir geeignete „Katzenkleidung“ anzuziehen. Sobald er mit dem Fressen fertig ist, gibt mir der Kater zu verstehen, dass er nun bereit ist, für seine tägliche Streicheleinheit. Also setze ich mich zu ihm auf die Treppe, er gurrt vor sich hin und streunt mir um die Beine – und nach zehn Minuten flüchte ich ins Studio und springe unter die Dusche.

Nach ein paar Wochen kamen die ersten Schuldgefühle: „Nun füttere ich dieses doofe Tier den ganzen Sommer. Was soll bloß aus ihm werden, wenn die Touristen abreisen und der Winter kommt?“ Also habe ich vorsichtig bei Mama angefragt, ob sie nicht zufällig auf der Suche nach einem verschmusten Kater ist. Glücklicherweise finden Menschen und Tiere in Not immer Obdach bei Mama und so darf der Kater im Herbst nach Deutschland reisen.

Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Nach ausgiebiger Recherche im Internet habe ich herausgefunden, dass der Kater nicht nur diverse Impfungen braucht, sondern auch einen Reisepass. So habe ich mich also aufgemacht, eine Katzenbox gekauft und die erste Reise zum Tierarzt angetreten. Der Kater bekam nicht nur einen offiziellen Namen für seinen Pass, sondern auch diverse Impfungen und ich brauchte am Ende des Besuches nur ein Pflaster! Das werte ich als Teilerfolg Mal schauen, wie sich die nächsten Besuche beim Tierarzt gestalten.

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