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Fähren und andere Abenteuer

Vom Starnberger See nach Zakynthos

Vom Starnberger See habe ich mich nach dem SUP-Yoga-Workshop an einem sonnigen Sonntagnachmittag auf den Weg nach Griechenland gemacht. Erste Station: Gardasee. Nun sollten das Auto und ich also nicht nur über den Brenner fahren, sondern auch diverse Mautstationen passieren. Ich gebe zu, ich hatte ein mulmiges Gefühl im Bauch. Die erste Hürde nahm ich in Deutschland noch mit Leichtigkeit. Schnell an der Tankstelle eine Vignette für Österreich gekauft, mitten auf die neue Windschutzscheibe geklebt und fertig waren wir. Zumindest physisch, psychisch war eine ganz andere Sache. Das ganze Auf und Ab, Bremsen und Anfahren am Berg hat mich schon nervös genug gemacht. Das Wissen, das irgendwann echte Mautstationen in Italien auf mich warteten, hat mich pausenlos nervös gemacht. Als die erste Mautstelle kam, habe ich sie nicht mit Bravour, aber immerhin mit Erfolg gemeistert. Nur um direkt im Anschluss von einem Polizisten angehalten zu werden. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber er wollte nur meine Papiere sehen und Herbert und ich waren wieder auf dem Weg. Es wurde langsam dunkel und der Gardasee schien noch sehr weit weg. Es folgte ein Tunnel auf den nächsten und dann sagte das Navi in einem Tunnel plötzlich: „Sie haben Ihr Ziel erreicht. Ihr Ziel liegt auf der linken Seite.“ Es hat mich weitere 15 Minuten und zwei Kehrtwenden gekostet, aber am späten Abend war ich tatsächlich am Ziel. Limone Sul Garda. Ein Zimmer im Retrochic, was nach dem charmanten Bio-Hotel am Starnberger See etwas gewöhnungsbedürftig war. Die Aussicht am nächsten Morgen hat jedoch für Entschädigung gesorgt.

Blick von meinem Balkon auf den Gardasee

Zwei Tage bin ich durch das Örtchen gebummelt, habe die Ruhe genossen und mich von dem Limonenjgarten am Hang verzaubern lassen. Es war eine schöne Auszeit, aber die Fähre ab Venedig war gebucht und so habe ich mich schweren Herzens wieder auf den Weg gemacht. Nach einer recht unspektakulären Fahrt habe ich die Ausläufer von Venedig erreicht. Der Plan sah vor, dass das Auto in Fusina auf dem Parkplatz auf mich wartet, während ich den Nachmittag Venedig erkunde. Alles lief wunderbar, bis das Navi mich in Fusina mehrmal in die falsche Richtung gelotst hat. Irgendwann habe ich aufgegeben und bin altmodisch den Straßenschildern gefolgt. Und siehe da: Ein großer Parkplatz direkt neben dem Anleger für die Überfahrt nach Venedig! In 30 Minuten brachte mich ein kleines Boot in die Stadt und ich bin einige Stunden einfach durch die Gassen geschlendert, habe nett gegessen und mir die Zeit mit Schaufensterbummeln vertrieben. Am Abend ging es dann zurück nach Fusina und zum echten Fährterminal. Und dort hieß es: Warten. Gegen 23 Uhr war ich vor Ort, die Fähre nach Griechenland sollte aber erst um vier Uhr in der Früh ablegen. Während ich mit Herbert in der Schlange gewartet habe, erschien der Mini plötzlich arg klein und die Wohnwagen um mich herum sehr verlockend geräumig.

Und dann ging es tatsächlich los. Der große Moment, auf den ich seit der letzten Panikattacke an der Mautstation gewartet habe. Das Auto und ich mussten irgendwie auf die Fähre kommen. Auch hier muss ich zugeben, eine Kür war es nicht, aber auch hier haben wir das Ziel erreicht. Knapp. Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings sagen, dass die Einweiser sich nicht bemüht haben, einem tatsächlich den Weg zu weisen. Und die Rampe war sehr sehr steil. 🙂
Kaum hatten Herbert und ich unsere Plätze eingenommen, war es übrigens wie bei der Deutschen Bahn. Noch vor dem Ablegen hatten wir über eine Stunde Verspätung. Aber bei einer angesetzten Fahrtzeit von 32,5 Stunden fällt das kaum ins Gewicht. Und vielleicht haben wir ja Rückenwind.

Das Fährenleben war überschaubar spannend. Es gab sehr wenige Möglichkeiten für Entertainment. Zum Glück hatte ich aber bereits in der Warteschlange in Venedig einige Menschen kennengelernt und so konnte man sich immer mal wieder für ein Getränk auf dem Deck verabreden, um ein wenig die Zeit zu überbrücken. Die Ankunft habe ich mit einem mulmigen Gefühl erwartet. Ich wusste nicht, was mich in Griechenland erwartet. Außerdem hatte ich ja noch die Ausfahrt aus der Fähre und eine weitere Bootsüberfahrt vor mir. Aber in diesem Fall war es leichter als gedacht. Eine Stunde nach der Ankunft in Patras kam ich unversehrt in Kyllini an. Das ist ein kleiner Hafen, der Verbindungen nach Kefalonia und nach Zakynthos vom griechischen Festland anbietet. Natürlich habe ich die Fähre um ein paar Minuten verpasst und so hatte ich Zeit, um in Ruhe zu essen und einen kleinen Spaziergang am Strand zu unternehmen. Während des Essens kam auch endlich eine Nachricht von der Paddelstation auf Zakynthos, wo ich meine zukünftigen Arbeitgeber in einigen Stunden treffen sollte. Die Welt machte in dem Moment einen sehr guten Eindruck. Mittlerweile waren das Auto und ich außerdem bereits erfahrene Fähren-Profis und so haben wir die kleine Rampe in den Bauch der Fähre ein wenig belächelt und sind wie Profis direkt hochgefahren.

In Zakynthos angekommen ging es direkt nach Alykes, meine Heimat für die nächsten Monate. Die Geschichte meiner Ankunft muss jedoch auf den nächsten Wifi-Hotspot warten. 🙂

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