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Holi Festival

Farben, Farben überall

Ob von langer Hand geplant oder reiner Zufall, ich war über Holi in Indien. Das „Festival der Farben“ wird einmal im Jahr gefeiert. Der genaue Zeitpunkt wird unter anderem vom Mondkalender bestimmt. Ganz Kranti war schon Tage zuvor im Vorbereitungsmodus und uns wurde immer wieder erzählt, wie bezaubernd das Festival werden würde.

Wir haben Holi am Vorabend mit einer Meditation bei Kerzenschein begonnen – zu Ehren des Mondes, der in dieser Nacht zum Vollmond wurde. Wir saßen in einem großen Kreis im Shala direkt am Strand, hatten die Wellen im Ohr und haben versucht, die Mücken zu ignorieren. Leichter gesagt, als getan. Fleißige Helferlein hatten vor jeden Platz Papier und Stift positioniert. Diese konnten wir nutzen, um aufschreiben, was wir zukünftig loslassen möchten bzw. nicht mehr in unserem Leben brauchen. Anschließend wurden die Papierschnipsel in das bereits vorbereitete Lagerfeuer am Strand geworfen. Dort gehen sie in Rauch auf und der Wunsch wird ans Universum weitergeleitet. Hätte man mir das früher doch nur früher gesagt, hätte ich sicher schon in Berlin das ein oder andere Lagerfeuer gefunden…

Am Tag von Holi sind alle Klassen ab dem Mittagessen ausgefallen und wir haben uns in die weißen Kleider geworfen. Schließlich braucht es eine leere Leinwand, um all die Farben aufzunehmen. Punkt drei sprang die Stereoanlage an und hat die Greatest Hits der 90er Jahre wurden angestimmt. Die pudrigen Farben standen aufgereiht bereit, ebenso wie Unmengen von Kokosöl, um Haut und Haare vor einer langfristigen Farbveränderung zu schützen.

Traditionell wird Holi mit Bhang Lassie zelebriert, einem Joghurtgetränk mit „Kräutern“, wie Kranti es so schön beschrieb. Es war bizarr, von einer Gruppe von Menschen umgeben zu sein, die nach und nach einen glasigen Blick bekommt. Aber alles blieb friedlich und lustig, schließlich waren wir in erster Linie für die Party hier. So haben wir mit Farbe geworfen, getanzt und gesungen, bis die Stereoanlage am Abend ausging, die fleißigen Helferlein die Tanzfläche zurück in unseren Essbereich verwandelt haben und das Abendessen serviert wurde. Innerhalb von einer Stunde war es, als wäre nichts gewesen und wir hätten von dieser bunten Farbenpracht nur geträumt. Aber ab und an weht der Wind noch immer ein wenig farbiges Puder vom einem Baum und dann erinnere ich mich an das große Spektakel.

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