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Kranti Yoga – Woche 1

Mein neues Zuhause erkunden

Die erste von sieben Wochen am Patnem Beach ist geschafft. Hört sich das so an, also würde ich dem Ende entgegenfiebern? Ein klares Jein ist die Antwort. Meine letzten Tage im Rückblick.

Vor einer Woche bin ich bei Kranti angekommen. Das Gelände ist auf zwei Campi verteilt. Es gibt einen Wohnbereich mit Shala direkt am Meer und einen zweiten Wohn- und Essbereich mit Shala im Garten. Alles ist sehr liebevoll und bunt gestaltet. Und die Hütten und Gemeinschaftsbereiche werden von Lichterketten gesäumt. Meine kleine Hütte liegt im Garten und trägt den Namen „Virabhadrasana“. Das ist der Name eines Kriegers und bezeichnet gleichzeitig eine der Yoga-Postitionen, die mir große Mühe machen. Heißt das nun, dass Kranti mich besonders gut kennt und mich bewusst herausfordert? Oder heißt es, dass mich Kranti gar nicht kennt und ich hier nicht am richtigen Ort bin? Diese Frage beschäftigt mich in den ersten Tagen immer wieder.

Mein neues Zuhause

Bevor es mit dem eigentlichen Teacher Training losgeht, habe ich noch einen Tag Zeit für mich und so erkunde ich zumindest noch schnell die nähere Umgebung. Palolem Beach ist mit dem TukTuk fünf Minuten entfernt und er soll ein besonders charmanter Strand sein. In meinen Augen unterscheidet er sich nicht wirklich von dem Strand, an dem ich mich aufhalte. Also geht es erst einmal weiter nach Chaudi. Das ist das nächste Dorf, in dem es sowohl einen Geldautomaten als auch eine Apotheke gibt. Das muss ich mir für die Zukunft merken. Zuhause angekommen, lerne ich dann auch meinen Mitbewohner kennen. Wie Mitbewohner? Ich hab doch für eine Hütte ganz für mich allein bezahlt. Kermit sieht das anders und begleitet mich seit einer Woche auf Schritt und tritt auch mein Bad.

Am Mittwoch ist es dann soweit und unsere Gruppe von 22 Yogalehrer-Anwärtern trifft sich zum ersten Mal morgens um sieben zu zwei Stunden Ashtanga-Praxis im Shala mit Blick auf das Meer. Allerdings bleibt mir wenig Zeit, die Aussicht zu genießen. Wir praktizieren die gesamte Primary Series und ich bin voll und ganz mit meinem Atem beschäftigt. Unsere Yoga-Lehrerin Steph ist heute noch rücksichtsvoll mit uns. So gibt es zwar immer wieder eine Vinyasa-Sequenz zwischen den einzelnen Positionen. Immerhin dürfen wir aber die Positionen für die rechte und linke Seite zunächst ohne Vinyasa dazwischen ausführen. Bis zum Ende der Woche ist diese Gutmütigkeit aber schon verflogen und wir hopsen neben den eigentlichen Positionen durch sage und schreibe 60 Vinyasas.

Wer hier auf dem Schlauch steht: Die Vinyasa-Sequenz besteht aus einer immer wieder gleich aufgebauten Abfolge von Bewegungen, die dazu dienen soll, einzelne Postionen miteinander zu verbinden und die Körpermitte zu stärken. Im Moment habe ich da so meine Zweifel. Aktuell finde ich es schwer, die notwendige Kraft aufzubringen, um meine Arme so weit zu heben, dass ich meine Haare kämmen kann. Aber das mit der Stärke wird hoffentlich noch kommen!

Neben unserer morgendlichen Praxis gibt es Einheiten zu Atemübungen, Anatomie, Ausrichtung, Philosophie und natürlich die Einweisungen ins Unterrichten selbst. Tatsächlich mussten wir uns bereits ab dem zweiten Tag vor andere Schüler setzen und unsere erste Sequenz unterrichten. Das ist eine ganz schöne Herausforderung. Der Stundenplan ist voll gepackt mit Wissensvermittlung, gleichzeitig muss man immer wieder ein paar Minuten zwischen den Unterrichtsblöcken finden, um eine eigene Yogastunde zu konzipieren. Zum Glück ist das Team bei Kranti gut eingespielt und so sind alle Blöcke gut aufeinander abgestimmt. Natürlich ist es besser, die Schüler von Anfang an ans Unterrichten zu gewöhnen und sie nicht mit der Abschlussprüfung zum ersten Mal vor eine Klasse zu stellen.

Die erste Woche haben wir alle erfolgreich geschafft

Meinem heutigen freien Tag habe ich daher entgegengefiebert. Körper und Geist haben sich eine Pause gewünscht. Also geht es jetzt gleich erst einmal zum Strand; der ist bisher nämlich viel zu kurz gekommen. Und wer weiß? Vielleicht finde ich ja sogar ein einsames Paddleboard, dass mit mir eine Runde über das arabische Meer drehen will…

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