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India – Here I come

Von Delhi nach Jaipur

Kaum in Delhi angekommen, haben Franzi und ich uns wie wahre Profis direkt ein Prepaid-Taxi organisiert. Für ein paar Rupien ging es mitsamt dem ganzen Gepäck durch die Rush Hour zu unserem ersten Hotel. Der Taxifahrer musste zwar einige Male zum Telefon greifen, um sich den Weg erklären zu lassen, aber zu guter Letzt haben wir unser Ziel erreicht – dachten wir zumindest.

Leider stellte sich heraus, dass aufgrund eine Feuers Sicherheitsinspektionen an kleinen Familienhotels durchgeführt wurden. Unser Hotel hatte es leider nicht durch die Inspektion geschafft, so dass wir in ein anderes Hotel umziehen mussten. Alle waren wahnsinnig hilfsbereit, ein Uber wurde organisiert, alles Gepäck wieder verstaut und es ging … zurück zum Flughafen. Oder zumindest in ein Hotel in direkter Nähe.

Unseren ersten Tag in Indien haben wir also überwiegend mit Warten und Taxi-Fahren verbracht, aber am Nachmittag waren wir tatsächlich in einem Hotel, in dem man unsere Anruft erwartete und wir direkt unser Zimmer beziehen durften. Kurz fragten wir uns, ob das Bett quer stand oder ob es einen anderen Grund gab, dass es nur eine Länge von 1,60 m hatte. Mittlerweile waren wir jedoch so müde, dass uns diese Frage nicht lange umgetrieben hat. Am Abend haben wir unsere Mitreisenden kennengelernt. Unser Reiseleiter wird in den kommenden zwei Wochen 11 junge Damen durch Indien begleiten.

Um 4:00 Uhr am nächsten Morgen ging das Abenteuer dann auch direkt richtig los. Frühzug nach Agra. Zunächst haben wir das Red Fort besucht, wo uns ein hilfreicher Local Guide viel über Wein, Frauen und Bücher erzählt hat, die der Mogul alle gleichermaßen verehrt hat. Später ging es dann zum Taj Mahal, dem ersten Highlight unserer Reise. Der Wettergott wollte uns im Gegensatz zu Princess Diana keinen blauen Himmel schenken, so dass wir bei regen und grauem Himmel durch die Gärten gewandelt sind und das Grabmal bestaunt haben. Nicht ganz die Kulisse, die ich mir ausgemalt hatte.

Alles hat sich aber am nächsten Tag geändert. Mit dem lokalen Bus ging es in nur 5 Stunden nach Jaipur, wo wir tatsächlich zwei Nächte in dem gleichen Hotel verbraucht haben. Das Jaipur Inn hat uns mit seiner Dachterrasse bezaubernd und der Besitzer hat und herzliche willkommen geheißen. Dann hieß es: Auf zum Gewürzmarkt, für den die Stadt bekannt ist. Hersh, unser Reiseleiter, hat uns an jedem Stand erzählt, was wir gerade bestaunen, wir haben probiert, was das Zeug hält und waren einfach begeistert von den Farben, den Gerüchen und dem Gedrängel.

Anschließend gab es die lang angekündigte Überraschung. Hersh hat uns in das Haus seiner Eltern eingeladen, wo uns auf der Dachterrasse Chai serviert wurde und wo wir gelernt haben, Drachen steigen zu lassen. Diese Tradition findet im Januar jeweils ihren Höhepunkt im Drachenfestival, bei dem alle Familien auf ihren Dächern stehen, und bunte Drachen über der Stadt aufsteigen lassen. Zwar war es nicht mehr Januar, unsere Gruppe war jedoch mit vollem Einsatz dabei und auf den Nachbardächern fanden sich ein paar vereinzelte Menschen, die ihre Drachen haben fliegen lassen.

Am nächsten Tag ging es morgens zunächst zum Palast der Winde und anschließend zum Amber Fort, wo wir unsere erste Begegnung mit Elefanten hatten. Leider werden die Tiere gezwungen, Touristen die letzten Meter zum Fort zu chauffieren. Wir waren froh zu hören, dass unsere Reisegesellschaft mit anderen Unternehmen zusammen eine Petition eingereicht hat, die die Behandlung der Tiere unterbinden soll. Im TukTuk auf dem Weg zurück in die Stadt haben wir dann aber schon gestaunt, als einer der Elefanten uns einfach den Weg versperrt hat und wir im Verkehr festsaßen.

Am Abend gab es gleich die nächste Überraschung. Hersh hat uns fein zum Essen ausgeführt und es ging in eine Autowerkstatt. Ja, tatsächlich. Tagsüber schrauben die Mechaniker an Oldtimern herum. Abends werden ein paar Tische in den Hof gestellt und es gibt das beste Chicken Tikka der Stadt. Was für ein Abenteuer!

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2 Comments

  • Reply
    Rafael Kloth
    05/03/2019 at 14:29

    Ich wusste gar nicht, dass Agra so groß ist, hatte immer gedacht, dass der Tempel irgendwo alleine auf dem Feld steht.

    • Reply
      JGoesken
      12/03/2019 at 06:37

      Der Tempel steht tatsächlich auch mehr oder minder auf dem Feld. Die Stadt dazu ist aber doppelt so groß wie Stuttgart und leider kein bißchen attraktiv. Ohne Taj Mahal würden sich sicherlich nicht sehr viele Touristen nach Agra verlaufen.

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