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Die Reiserei nimmt (k)ein Ende

Von Udaipur nach Goa

Die finale Etappe unser geführten Reise war von sehr vielen Kilometern und den unterschiedlichsten Transportmitteln geprägt. Den letzten Tag in Udaipur haben wir mit Kochen und Essen verbracht (dazu mehr an anderer Stelle). Und dann stand uns auch schon der gefürchtete große Reisetag bevor. Zunächst ging es von Udaipur mit dem Bus nach Ahmedabad. Rund fünf Stunden haben wir uns durchruckeln lassen und sind erschöpft und angestaubt irgendwo auf einer Landstraße ausgesetzt worden. Wir wurden mitsamt dem Gepäck in TukTuks verfrachtet und es ging auf zum Gandhi-Ashram. Zugegebenermaßen konnten wir den nur bedingt würdigen, weil wir alle einfach nur ein wenig Schatten und kalte Getränke gesucht haben. Nach einem kurzen Stopp für das Abendessen in einer der größten Shopping Malls Indiens ging es auf zum legendären Nachtzug. Acht Menschen teilen sich hier jeweils ein Abteil. „Abteil“ ist als Begriff allerdings ein wenig irreführend, denn im Vergleich zu den deutschen Nachtzügen gibt es keine Wände, sondern es folgt einfach das nächste Bett und somit das nächste „Abteil“.

Zug mit Klimaanlage – nicht der Nachtzug, der hatte natürlich Pritschen anstelle von Sitzen

Eigentlich lief alles reibungslos. Um 22 Uhr ist der Zug losgefahren und um 06:30 sollten wir Mumbai erreichen. Wir waren um 06:30 zwar auch in Mumbai, leider nur nicht an einem Bahnhof, sondern wir standen auf offener Strecke. Nach 45 Minuten ohne jegliche Information hat der Zug dann den Rückwärtsgang eingelegt und wir sind zurück zur letzten Station gefahren. Unser Reiseleiter hat sich nicht beirren lassen, uns neue Taxen organisiert (unsere vorbestellten standen ja in Mumbai an der Main Station) und so haben wir unser Hotel zu guter Letzt doch noch erreicht. Unsere Zimmer konnten wir noch nicht beziehen; auf die ersehnte Dusche mussten wir also noch ein wenig warten und haben uns stattdessen erst einmal dekadent an der Uferpromenade ein Frühstück schmecken lassen. Die Sicht war zwar nicht besonders weit und es war recht viel Smog in der Luft, aber Wasser war schon einmal ein guter Start.

Am Abend ging es in den gehobenen Teil der Stadt zum „Gate of India“ und zum Essen in eine angesagte Bar. Hier hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, Indien hinter mir zu lassen. Schon lange hatte ich keine Kuh mehr auf der Straße gesehen, die Menschen waren alle westliche gekleidet und die Speisekarte im Restaurant war stark international ausgerichtet.

Gate of India

Die Eindruck hat sich dann am nächsten Tag verfestigt, als es mit einem kurzen Inlandsflug nach Goa ging. Plötzlich war das Wetter tropisch-schwül und die Straßen waren gesäumt von Palmen. Zwar ein ideales Urlaubsparadies – nach Indien fühlt es sich allerdings nicht mehr an. Und so hieß es dann nicht nur Abschied nehmen von dem echten Indien, sondern auch von meiner bisherigen Reisegesellschaft. Ein letztes Mal hat unser Reiseleiter das beste Restaurant am Ort für uns ausfindig gemacht und für jeden Geschmack eine persönliche Empfehlung von der Speisekarte ausgesprochen. Findet Ihr nicht auch, dass das letzte Gruppenfoto auch ein Poster für den „Indian Bachelor“ sein könnte? Da ist es nur passend, dass Hersh uns alle schon vorsorglich zu seiner Hochzeit eingeladen hat (Ort, Zeit und vor allen Dingen die Braut stehen bisher jedoch noch in den Sternen).

Indian Bachelor – oder Hersh mit seinen elf Mädels

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